Erst sichern, dann helfen
Unfallstelle absichern, Warnweste anziehen. Bei Verletzten sofort den Notruf 112 wählen und Erste Hilfe leisten; die Leitstelle gibt am Telefon Anweisungen. Ist niemand verletzt, die Unfallsituation zuerst fotografieren und die Fahrzeuge dann zur Seite bringen, sofern das gefahrlos möglich ist.
Was festgehalten werden sollte
Fotos von der Unfallstelle, den Endpositionen der Fahrzeuge, Spuren auf der Fahrbahn und den Schäden. Namen und Kontaktdaten von Zeugen notieren. Mit anderen Beteiligten Namen, Anschrift, Kennzeichen und Versicherung austauschen. Sind Fragen zur Schuld offen, ist eine Fachkanzlei für Verkehrsrecht die richtige Anlaufstelle.
Schutzausrüstung aufbewahren
Helm, Kombi, Handschuhe und Stiefel sind teuer und werden bei einem Sturz oft mit beschädigt. Die Ausrüstung sollte bis zur Begutachtung aufbewahrt und nicht entsorgt werden. Hersteller empfehlen in der Regel, einen Helm nach einem Sturz nicht weiter zu verwenden, auch wenn äußerlich nichts zu sehen ist.
Begutachtung des Motorrads
Lenker, Gabel, Fußrasten, Rahmen oder Felgen können bei einem Sturz verbogen oder angerissen sein, ohne dass man es auf den ersten Blick sieht. Ein unabhängiger Kfz-Sachverständiger dokumentiert den Zustand, kalkuliert Reparaturkosten und Wertminderung und erfasst auch die Schutzausrüstung. Bei unverschuldetem Unfall übernimmt in der Regel die gegnerische Haftpflichtversicherung die Gutachterkosten (bei Schäden oberhalb der Bagatellgrenze; darunter reicht oft ein Kostenvoranschlag).
Vor der nächsten Fahrt
Auch nach einem scheinbar harmlosen Umfaller lohnt sich ein genauer Blick. Ein leicht verzogener Lenker oder eine verbogene Gabel verändern das Fahrverhalten, oft erst bei höherem Tempo spürbar. Brems- und Kupplungshebel, Fußrasten und Spiegel müssen fest sitzen, Leitungen dürfen nicht geknickt sein. Im Zweifel bleibt die Maschine stehen, bis eine Fachwerkstatt sie geprüft hat.